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December 18, 2005

Robin Hood und der steife Hals von Nottingham…

Hello my dears,

Berichte, Berichte, Berichte! Und weiter gehts!
Vergangenen Donnerstag hieß es: Nottingham, die zweite! Diesmal mit der Uni, oder besser gesagt, angeboten und organisiert vom International Office für die Zurückgebliebenen, Heimatlosen (wie mich) und Spät-nach-Hause-Fahrer. Man fährt zusammen hin und zurück, und kann ansonsten machen, was man will. Nachdem wir, das heißt in diesem Falle Erica, Gioia, Matteo, Giorgio, Raissa und ich, morgens erstmal fast den Bus verpasst hätten (um sieben aufstehen ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit…), gings auf. Angekommen und Kleinkindergarten-mäßig vom Busfahrer mit Stadtplänen ausgestattet und rausgelassen, haben wir uns erstmal in ein Café zum Frühstück zurückgezogen. Das war mir auch sehr lieb, denn in der Nacht von Montag zu Dienstag hab ich mir wohl ein "wenig" den Hals verrenkt, mit der Folge dass (Kopf-)Bewegungen nach links seit Dienstag Abend ins Reich der Unmöglichkeiten zu zählen sind. (Mal ganz ehrlich: trotz folgender Ironie kann ich mich kaum erinnern, schon mal solche Schmerzen gehabt zu haben. Aber, richtig Mama, Indianer kennen ja keinen Schmerz! – Hallo Manitu!) Nun stelle man sich folgendes Bild vor: Eine Person, die irgendwie schief aussieht, in der Fußgängerzone, versuchend trotz massiver Links-Unpässlichkeit einen Schaufensterbummel durchzuführen. Dazu liebe Freunde, die immer hinter der Person laufen, und diese (bevorzugt von links) ständig mit Namen rufen. So oder so ähnlich zog unsere Runde dann durch shopping-Nottingham, und der einzige Weg, meine Schmerzen zu stillen war neben guten kleinen Freunden namens Paracetamol, na na? Richtig: Einkaufen! Gedacht, getan, und meine neuen Shuhe können sich sehen lassen. (Diesmal übrigens ganz ohne No-Trainers-Anlass…).

Aber welch Kulturbanausen wären wir, wenn wir nur zum shopping nach Robin-Hood-Town gefahren wären (obwohl mit Weihnachten schon ein gewichtiger Grund vorliegt…). Nein, nein, es gab auch ein sightseeing-Programm. Ich hab den andern ein paar Ecken gezeigt, die ich vom letzten Besuch kannte. So vor allem die church bar, the Pitcher and Piano. Wie ich mittlerweile herausgefunden habe, handelt es sich dabei um eine Kette, die ihre bars immer in ganz ausgefallenen locations einrichtet… Und die anderen waren schwer beeindruckt, genauso wie ich beim ersten Mal. Und natürlich habe ich die Gelegentheit einer am Nachmittag leeren church nicht vorbeigehen lassen, ohne Euch ein paar Fotos zu machen. (Sobald einige technische Schwierigkeiten überwunden sind, findet Ihr diese HIER). Dann gings weiter: Robin Hood Museum (jaja, der Originalität sind keine Grenzen gesetzt…) und dann Nottingham Castle. Das Castle an sich ist nur ein Teil der alten Anlage, beherbergt ein Museum und ist nicht besonders sehenswert. Interessanter sind dagegen die Höhlen darunter…richtig, genau die, in denen der böse sheriff die arme Lady Marian und viele unschuldige Bauern gequält hat…). Ganz Nottingham ist von einem Höhlensystem unterzogen, wohlgemerkt von Menschenhand in den Sandstein gehauene Höhlen, und so ein Spaziergang da unten bringt einiges Mittelalterliches ans Licht…

Danach gings wieder ins 'Trip To Jerusalem', Ihr erinnert Euch? The olest Inn in England. Und diesmal sin wir richtig eingekehrt, mit Beer nd fish and chips. Und bei guter Lektüre und schiefen Kopf habe ich de Tag gebührlich ausklingen lassen… Beweise folgen!

Lots of love,
Euer Ole


I got stone'd in Birmingham…

Wer nach den letzten Zeilen dachte, nun ist aber genug music for this year, lag leider falsch. :-) Denn weiter ging's! Am Mittwoch hieß: the queen of Soul in B'ham: Joss Stone.

Ich sag Euch, darauf hatten wir uns lang gefreut. Und dann war es endlich soweit. Wir machten uns am späten Nachmittag aufn Weg nach B'ham, mit dem Zug schnell und bequem in ner halben Stunde zu erreichen, is also wie S-Bahn fahren in Berlin… Angekommen, noch ein kurzer Abstecher zu McDoof, und dann ab ins Venue. The National Indoor Arena, or NIA, ist eine reine Musikhalle, und ich würd mal schätzen sie fasst 15.000 Musikfreaks. Show war ausverkauft, also volles Haus. Erstmal haben wir uns ein echt geiles fan shirt geleistet, ihr werdet sehen… Und dann ging's los, punkt 19:30 (das liebe ich an England, unter anderem…) stand der opening act on stage, ne Band namens Mattafix, die ich Euch nur allerwärmstens ans Herz legen kann, schließlich bin ich ja Euer amtlich (Matteo?) geprüfter Musikberater. The music was a mix aus hiphop, soul and raggae, der Sänger sprang über die Bühne (was wir von unseren Plätzen ganz vorne gut sehen konnten) und das Ganze war ein echter Hochgenuss! Tja, und dann gings Licht an und es hieß: Umbau und banges Warten. Nach (gefühlten) Ewigkeiten ging das Licht wieder aus, und da war sie! Die Göttin des Souls. Für das folgende fehlen schlichtweg angemessene Worte. Nur soviel: grandiose Band, klasse Song-Auswahl, super show, und diese Stimme sucht einfach ihresgleichen! Und mit Sicherheit sind während dieses Konzerts einige Männerherzen für immer dahingeschmolzen. Es ist und bleibt unglaublich: 19 Jahre!!

I really got stone'd, Joss stone'd!
Für dieses Jahr war's das erstmal mit der Musik, aber der Januar kommt bestimmt, und dann gibts wieder offizielle Musik Tipps aus dem Land von Feeder, The Coral and Kaiser Chiefs…

Kisses,
Euer Ole


Kulturelle Hochgenüsse… pt. II

Wie gestern schon angekündigt müssen dringend einige Ereignisberichte nachgereicht werden. Dazu gehört notwendigerweise und vor allem ein Bericht unserer kulturellen Aktivitäten. Wie ihr ja als fleißige Leser wisst, lebe ich als Musikbegeisterter zusammen mit dem noch viel Musikbegeisterteren Matteo. Rechnung öffnet sich wie folgt: Matteo + Ole = viele Konzertkarten!
Vor einigen Wochen habe ich mich eines Freitags Morgens, an dem Matteo Spanish examination hatte und demzufolge nicht selbst zugegen sein konnte, brav um 9am englischer Zeit vor den PC geklemmt, und in einem 45 Minuten andauernden Kampf Karten für die Strokes erstanden. So sieht unser Konzertprogramm nun folgendermaßen aus: Belle & Sebastian and The Strokes in January, Shout Out Louds, The Magic Numbers and The Concretes in February, James Blunt and David Gray in March, Kaiser Chiefs in April and Texas in May. Hihi…da kommt Vorfreude auf!
Just an selbigem Freitag rief mich ein freudig erregter Matteo des Nachmittags an, während ich versuchte, mich vom Strokes-Kampf zu erholen, und berichtete von einem gewissen Festival in Cardiff, genannt Noise & Confusion. Nun, da haben wir doch nicht lange gezögert, und haben für schlappe 35 Pfund Karten erstanden, und zwar für: The Subways, The Coral, Razorlight (drei superangesagte Bands in the UK), Foo Fighters and Oasis! Ich hoffe, dass diejenigen unter Euch, die jetzt an heftigen Herzflattern leiden, dieses gut überstehen. (Mir ging's genauso…)
So machten wir uns am vergangenen Samstag, dem 10. Dezember 2005, des Morgens mit dem Auto auf nach Cardiff, der Hauptstadt des schönen Wales. Wir meint: Gioia, Erica, Adriano, Matteo and me! (An alle Süd-Engländer: Wir überquerten die Severn-Bridge und passierten Chepstow…) Das Ganze fand im Millennium Stadium statt, das mal eben schlappe 40.000 Leute fasst (PS: Die Veranstaltung war ausverkauft…). Nach erfolgreicher Parkplatzsuche, Schlangestehen beim Einlass und bangem Warten bis zum Beginn ging's dann um 2 pm endlich mit zwei Vorgruppen los. Und dann folgte ein Kracher nach dem anderen, und als dann schließlich die Foo's on stage waren gab's (zumindest für mich) kein Halten mehr. Richtig voll wurde as Stadium erst während der Foo's, als alle in froher Erwartung von Oasis hineinströmten. Und so boten unsere Brit-Popper dann auch eine furiose Show, die gegen 10.30pm ihr Ende fand. Völlig erschöpft, aber überglücklich ob dieses Augen- und Ohrenschmauses machten wir uns auf den Weg zurück nach Hause, wo wir alle mit unvergänglichen Erinnerungen ins Bett fielen. (Wer in welches Bett bleibt an dieser Stelle das Geheimnis der Beteiligten…)

Mal ganz ehrlich: Ich hab noch nie was derartiges erlebt! Shitfucking amazing!!! Mal abgesehen von der location und der Masse der Menschen, und das allein wäre schon ein Erlebnis gewesen, muss man einfach nochmals betonen: Wenn der Engländer an sich was kann, dann ist es definitely music! Razorlight and The Coral sind sehr Indie, ein bißchen Rock, und vor allem gorgeous! The Subways sind viel Rock und Punk, und reißen mit ihrer Bühnenshow echt mit. Und über te Foo's and Oasis muss man ja wohl nicht weiter sprechen…

Empfehlung des Autors: Antesten!!!
Fotos folgen!

Hugs and kisses, your own personal music adviser (also called Ole)


December 17, 2005

Klappe, die erste…

My dears,

in den letzten Wochen ging es rund um meine Ohren recht turbulent zu, und deshalb muss ich Euch jetzt ein paar "brandaktuelle" news nachreichen, sozusagen als kleinen vorweihnachtlichen Info-Gruß!

Erstmal ist ein kleiner Bericht zu ersten term fällig.
Jaja, genau richtig. Der erste term meines Auslandsjahres ist schon vorbei, und zwar bereits seit zwei Wochen! Nach genau zehn Wochen war am 3. Dezember letzter Schultag, den man (in diesem Fall ich) mit einer gelungenen seminar session zur mittelalterlichen Kirche ausklingen ließ. Und dann hieß es party und schlafen!

Bilanz der zehn Wochen: vier geschriebene essays, von denen die zwei bereits zurückbekommenen sich durchaus sehen lassen können. (Über die anderen beiden und die mit ihnen verbundenen Erwartungen möchte der Autor hier nicht sprechen, da sie im Wahn zwischen Dienstag und Freitag of week 10 entstanden sind…) Drei gehaltene Referate, die abgesehen von gelegentlichem, unverständlichem Rumgestotter und ganz eigenen Wortneuschöpfungen à la 'ungood', auch ganz gut gelaufen sind. Zwei geschriebene book reviews, obwohl mit book hier eher längere articles gemeint waren… Und zu guter Letzt: eine mehr oder weniger kontinuierliche Vorbereitung auf die seminars, die lediglich unter etwaigen kulturellen (meint: party) Beeinflussungen leiden musste… Ich bin mir noch nicht sicher, ob man sagen könnte, ich habe viel gelernt, denn schließlich sind die modules ja ganzjährig, und deswegen ist Verknüpfungsarbeit erst später zu erwarten, jedoch war einiges recht Interessantes dabei. Wenn Ihr mir die kleine Eitelkeit verzeihen wollt, bin ich doch recht zufrieden mit mir. Zeitmanagement ist zwarr wie immer und überall mein Prolem no. 1(einige von Euch dürften sich jetzt kräftig schlapplachen…)! Aber ich arbeite dran, und der Zeitdruck beim Arbeiten hier wirkt auch förderlich. Alles in allem sollte es hoffentlich im nächsten term besser werden.

Was denkt man nun über die ersten drei Monate in einem anderen Land? Zunächst: Klasse Uni! Klasse Haus! Nach wie vor fühle ich mich hier superwohl, eher mehr als am Anfang, und die Gegend, in der wir wohnen, ist einfach zum Verlieben! Klasse Freunde! Es ist doch sehr interessant, zu beobachten, wie das so läuft, wenn plötzlich so viele verschiedene Menschen, noch dazu aus verschiedenen Nationen, zusammenkommen. Am Anfang ist es superspannend, und man lernt praktisch jeden Tag viele neue Leute kennen. Und dann ganz langsam, ohne das man es merkt, bilden sich so Kontaktnetzwerke aus. Will heißen: unter dem Einfluss der Wohngegend und der Studienfächer lernt man sich eben kennen, und entscheidet sich recht schnell für die Leute, mit denen man mehr zu tun haben möchte. Et voilà: ein Freundeskreis. In einem solchen genieße ich nach zwei aufregenden Ferien-Wochen gerade die letzten Tage vor Weihnachten bevor die letzten morgen und übemorgen nach Hause fliegen. Alles in allem ist so ein Auslandsjahr unter Erasmus-Studenten doch eine recht kommunikative und aktivierende Angelegenheit. Man geht aus, geht auf (house-)parties und tanzen, man läd zum Essen ein und wird eingeladen, man trifft sich in den Freistunden, und vor allem grast man die Kulturlandschaft ab. Ich glaube, so viel wie in den letzten drei Monaten habe ich in den letzten vier Jahren nicht mehr gemacht. Und Freunde, heut Morgen hatte ich Theater- und Konzertprogramm für den nächsten term in der Hand: das war erst der Anfang…

Was bleibt also zu sagen? Ich fühle mich hier immer wohler, Einleben ist zwar immer noch im vollen Gange, aber das bezieht sich eher auf den großen Zusammenhang. Im Alltäglichen bin ich angekommen, vollständig! Mittlerweile ist es schwer geworden, leichtfertig die Frage abzutun, die einige unter Euch in einem bestimmten Kalender formuliert haben: Ob er jemals wiederkommt? Ich kann nicht leugnen, dass der Gedanke da ist!

Wenn Matteo am Montag geflogen ist, bin ich ganz allein hier, dann ist niemand mehr da, alle sind daheim. Zwar kommt ein Stück meiner Heimat (in Form meiner Mum) schon einen Tag später zu mir, aber das ändert nichts daran, dass ich Euch fürchterlich vermisse! Zwischenzeitlich war es schwer die Entscheidung aufrecht zu erhalten, nicht nach Hause zu fliegen, wenn alle darüber reden, wie sehr sie sich auf daheim freuen! Aber ich weiß ja, dass viele von Euch den Weg über den Kanal finden werden, und das macht mich wahnsinnig froh!

In diesem Sinne: ein großes Danke! an alle von Euch, denn Ihr unterstützt mich so sehr in dem was ich hier tue, you cannot imagine! Ich wünsche Euch allen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben und umarme Euch fest!

Lots of love,
Euer Ole


December 2005

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