All entries for Monday 10 October 2005

October 10, 2005

Tom Baxter – Feather & Stone

Title:
Rating:
5 out of 5 stars

Meine Lieben,

hier zur Gute-Nacht noch ein kleiner Musik-Tipp, den ich Euch wärmstens ans Herz legen möchte. Am Sonntag war ich auf dem Konzert in the Arts. Ohne vorher etwas von Tom Baxter zu kennen, also völlig unvoreingenommen. Es war absolutely amazing! Deswegen haben mich meine braven Füße heute nach meiner lecture umgehend in die Stadt zu einer gewissen Musik-Verkaufsstelle getragen, um dort eine gewisse CD zu erstehen. Sehr tiefgehende, melancholisch-nachdenkliche Texte, die mit einer Power und einer samtweichen, klaren Stimme von ganz tief innen drin kommen, dass es einem die Luft nimmt. Tom Baxter spielt die ganze Zeit Gitarre, manchmal nur er, die Gitarre und seine Stimme, ansonsten mit Drums, Percussion, Bass, Klavier und Geige. Wechselhaft Balladen-Artiges und Kraftvolles zeigen beide eine unglaubliche Kraft in diesem Mann und seiner Musik. Selbst wenn er darüber singt, zu sterben, wirklich unter Schmerzen zu sterben, ist es voller Kraft, und voll Gefühl.
Dieser Mann nimmt Euch mit auf eine Reise, eine Reise in die Seele und zu den Sternen, was mit seinen Worten das Gleiche ist, versprochen!


English clubbing for beginners – Lesson Two

My dears,

hier folgt die zweite Lektion in den Fertigkeiten des Ausgehens, Trinkens und Feierns auf dieser wundervollen Insel. :-)

Diese lesson fand diesmal in Nootingham statt, das wir ja am letzten Wochenende besucht haben.
Nachdem Rui (Ihr erinnert Euch, Luca's Freundin…) fantastische Japanese noodles with sea weed (Delicious!!!) gemacht hatte, hatten wir alle zwei doppelte Wodka. Und auf ging’s! (Es war übrigens halb acht…) Zunächst noch ein Subway-Sandwich, dann Bar Nummer 1. Ein kurzer Drink. Dann Bar Nummer 2, billig vortrinken. Hihi, vier doppelte Wodka und drei Wodka-Shots später, es war mittlerweile sage und schreibe 9pm, na, na? Richtig! Bar Nummer 3. Und was soll ich sagen? Es handelte sich um eine Kirche, called Pitcher’s and Piano.
Also, kurze Beschreibung: Ein neogotischer Sandsteinbau, wirklich groß, ich würde sagen 19. Jahrhundert, aber auf jeden Fall in jüngerer Vergangenheit erneuert. Wunderschöne Mosaik-Glasfenster. Von innen eine gewölbte, dunkle Holzkassetten-Decke, mit roten Schmucksteinen in den Schnittpunkten der Kassetten. Überall im Hauptschiff, den Seiten- und Querschiffen hängen dunkle (rote und violette) Stoffsegel mit Ausrichtung zum Scheitelpunkt der Decke. In Mittelschiff sind verschieden geformte Inseln mit Leder-Sofas und Tischen, in der Apsis ein knallrotes halbrundes Lederteil. Die Seitenschiffe sind mit Tischen und teurer Bestuhlung ausgestattet. In den Seitenschiffen sind ein erster und zweiter Stock eingezogen, die jeweils in der Vierung mit Brücken verbunden worden sind und an den Seiten bis an die Fenster gehen. Am Anfang und am Ende auf der rechten Seite jeweils Wendeltreppen. Auf jedem Floor Bars, unten die Hauptbar auf der Länge des ganzen linken Seitenschiffes. Alles vom Feinsten, ein halbes Spirituosen-Import-Lager. Auch alles recht teuer. Musik: DJ’s, jeden Abend wechselnde Musik, alles voller Leute! Gorgeous, gorgeous, gorgeous!!! Aufgrund der Örtlichkeit haben wir die Tanzplanung mal eben abgeschossen, und sind den ganzen Abend dort geblieben, will heißen, bis sie um 1:30 am zugemacht haben.

Nachdem sich Luca und Rui schon vorher verabschiedet hatten, standen wir nun zu fünft in der Kälte und überlegten, wo wir noch was trinken können, denn es war closing hour. Auf dem Weg Richtung Luca’s Wohnung kamen wir am Social vorbei, halb Bar, halb Nachtclub. Es war noch offen, und nachdem wir den Türschrank kräftig belabert hatten, ließ er uns noch rein, und wir hatten noch ein paar Drinks und eine kleine Tanzeinlage. Danach ging’s ins das Haus, aber nicht ins Bett, sondern zu Daniele und Joe in die Wohnung, wo es noch ein paar Slibowitz und ein paar Whiskey gab. Im Bett waren wir um halb fünf.

Bilanz des Abends: 8 doppelte Wodka, 2 Wodka-Shots, 4 doppelte Smirnoff Black Ice, 2 Whiskey und 2 Slibowitz, neue „Freunde“, die uns wohl bald in Coventry besuchen werden, eine Menge Spaß, … und den größten Schädel aller Zeiten, als ich nach fünf Stunden Schlaf von strahlendem Sonnenschein geweckt wurde, der durch das Fenster auf mein Gesicht fiel. :-) Und das nach einer Woche Wolken und Regen.
Ehrlich, mal abgesehen davon, dass ich kaum gerade laufen konnte Sonntag Morgen, fiel es mir echt schwer Englisch zu sprechen, es war eher like stotter, stotter – sabber sabber.
Nachdem die zwei (!) Aspirin ihre Wirkung aufgenommen hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt, von der wir ja am Samstag aufgrund des Regens nicht viel gesehen hatten.

Und was haben wir gelernt?
1.) Das mit der Anpassung an englische Zeitvorstellungen von Nachtaktivitäten klappt schon ganz gut! Weiter so! (Zuhause weitersaufen kann man immer noch…)
2.) Die Kreativität englischer Spirituosen-Verkäufer ist unbegrenzt in Bezug auf das Entwickeln von Verkaufsstrategien (siehe Kirche…)
3.) Englische Männer tragen nur noch vintage denim jeans und Hemden, wenn sie was auf sich halten (Shirts sind out, besser noch ein Pullover über dem Hemd, egal wie heiß...)
4.) English girls gehen auch bei 20 Grad Minus in Mini-Mini-Mini-Skirts und Bikini-Oberteilen vor die Tür (denn sie frieren wirklich nicht… :-), siehe die Sache mit den 150 Kilo…)
5.) Es lohnt sich immer ein Versuch, die Türschränke zu belabern, einen noch reinzulassen (siehe Bedürfnisse englischer Spirituosen-Verkäufer…)
6.) Multi-Kulti ist in und bringt die Welt an einen Tisch!

In diesem Sinne: Cheers,
Euer Ole


Robin Hood und der Sheriff von Nottingham

Hello my dears,

am vergangenen Wochenende waren Ileana und ich in Nottingham, um dort ihren Freund Luca zu besuchen, der ebenfalls in the UK studiert. Es ist gar nicht weit, 80 Kilometer und eine knappe Stunde mit dem Auto. Allerdings dauerte es dann doch erst mal etwas länger, denn ich musste erst mal den Weg aus Coventry raus finden, natürlich zur richtigen Seite, was sich als gar nicht so leicht herausstellte. Nachdem ich den Ring Way dann zweimal komplett umrundet und erfolgreich die richtige Abfahrt genommen hatte, lief es aber wie geschmiert. Waren kurz nach zwei in Nottingham, haben Luca am Bahnhof aufgelesen, und brauchten dann einfach mal geschlagene zwei Stunden vom Bahnhof zu seinem Haus. Denn: In Nottingham ist gerade Goose Fair, der größte Freilicht-Rummel der Welt, die halbe Stadt ist gesperrt und es herrscht heilloses Chaos. Nachdem auch dieses Problem erfolgreich gemeistert war, saßen wir in Lucas Küche, es war halb fünf, der halbe Tag vorbei, and it was raining cats and dogs. Also mussten wir ein bisschen umdisponieren…

Luca wohnt zusammen mit Anton. Der wiederum ist Russe, lebte aber seit seinem achten Lebensjahr in Greece, und nun seit zwei Jahren in Nottingham. Luca ist Kroate, lebt und studiert aber wie Ileana in Trieste / Italien, lebt seit einem Jahr in Nottingham. Lucas girlfriend wiederum, Rui, ist Japanerin, hat aber seit ihrem vierten Lebensjahr in Kenia gelebt, und ist dann nach Nottingham gegangen. Alle drei sprechen ein dermaßen perfektes British English, dass es mir manchmal echt schwer fiel, zu verstehen. (Besonders da Anton wahnsinnig nuschelt, und ich heute Morgen so besoffen war, dass es sogar meinen Namen hätte vergessen können :-) …) In der unteren Wohnung wiederum lebt Daniele. Er ist Italiener, aber auch halb Brite, lebt seit fünf Jahren in the UK (London, Leeds, Nottingham). Sein flatmate ist Joe, ein waschechter Brite aus Manchester (man beachte die Betonung: nicht Mänschester, sondern: Manschessta…). Und um diese multikulturelle Runde zu vollenden, waren da noch Antons girlfriend aus Korea und ein Kumpel von Luca, ebenfalls aus Korea. Das war die Party-Crew des Samstag Abends…

Nottingham ist wirklich sehr schön, ein Mix aus alt und neu, aber mit viel Charme, unendlichen shopping facilities (übrigens war am Sonntag alles, aber wirklich alles geöffnet…), und vielen jungen Leuten. Am Sonntag hatten wir leider nicht viel Zeit und konnten deshalb zum Beispiel nicht in die Reste des Castle, sondern haben es nur von außen angesehen. Davor steht eine Statue vom legendären Kevin Cost… äh Robin Hood. Den Sheriff hab ich leider nicht angetroffen, der war wahrscheinlich grad im Kerker, arme Leute foltern. Dafür hab ich es aber mächtig dem Robin gleich getan! Und dann drehten wir noch eine Runde in das älteste Pub in the UK, founded AD 1189, named „Trip To Jerusalem“! Hihi, da lacht sich der Historiker doch vor Sarkasmus schlapp, nicht wahr? Aber mal ehrlich, ist ziemlich geil. Denn: Das Castle ist auf einem riesigen Fels. Das Pub liegt auf der anderen der Tor-Brücke und besteht aus einem winzigen weißen Haus, das an den Fels rangebaut ist. Die Räume des Pubs sind hingegen in den Fels gehauene Höhlen mit sehr niedrigen Decken, denn: Früher warn se alle kleiner!Und damit Ihr mir das alles auch glaubst, könnt Ihr Euch ab heut Abend hier auch die Fotos anschauen. Sherwood Forrest ist leider eine halbe Stunde von Nottingham entfernt und stand somit nicht auf dem Besichtigungsplan, hab mir aber sagen lassen: is nich so besonders viel zu sehen außer wood!

Natürlich werdet Ihr Euch jetzt fragen: Nanu? Was haben die alle denn am Samstag Abend gemacht? Sind doch wohl nicht etwa daheim geblieben? – Hallo? Wir sind hier in England! Und genau deswegen gibts den Party-Bericht getrennt, als Lesson No. 2

Cheers,
Euer Ole


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