October 19, 2008

Conservatives

Am Freitagabend stand meine erste Veranstaltung bei den Warwick Conservatives, der Hochschulgruppe der britischen konservativen Partei, auf dem Programm.

Als Gastredner war der MP der Nachbarwahlkreises Jeremy Wright geladen. Schnell wurde klar das vereinigte Königreich hat größtenteils die gleichen Probleme wie die deutsche Politik. Themen waren Finanzmärkte, Staatsfinanzen, Rentensystem, demographischer Wandel Gesundheitssystem und Energiepolitik.

Am Ende wurden Fragen gestellt wie: Sollte das Rentensystem von einem Umlage- auf ein auf Steuern basierendes System umgestellt und ob neue Atomkraftwerke gebaut werden sollten. Das kommt einem doch alles sehr bekannt vor.

Der einzige Unterschied zur Heimat ist, dass die British Conservatives voller Zuversicht den nächsten Wahlen entgegenarbeiten, denn die Labourregierung hat nach 11 Jahren an der Macht abgewirtschaftet und nicht mehr viel zu bieten, das wird in den hiesigen Zeitungsnachrichten und Wählerumfragen sehr deutlich. Dagegen werden sich die bei uns regierenden Christdemokraten angesichts der kommenden wirtschaftlichen Lage in nächster Zeit wohl schwer tun.

Anschließend ging es dann noch in die Rootes Bar und es gab gute Gespräche mit einigen Mitgliedern.

Dank des Mehrheitswahlrechts müssen sich die Briten mit Links- und Rechtsradikalen Parteien nicht weiters beschäftigen. Größtes Problem der Conservativen scheint der versnobte Oberschichten-Ruf (und Lebensstil?) zahlreicher Mitglieder zu sein, was dann auch einer der Inhalte in einer kontroversen Diskussion mit einigen in der Bar anwesenden Mitglieder einer Reggae- und Indiemusik-Hochschulgruppe war.


Brum

Birmingham ist die zweitgrößte Stadt Englands, wird von ihren Einwohnern, von denen es heißt sie sprächen den am schlechtesten klingenden Dialekt Englands, aber nur Brum genannt.

Die von Warwick etwa eine einstündige Bus- und Zugfahrt entfernte Stadt war das Ziel eines gemeinsamen Ausflugs mit anderen Kommilitonen vergangenes Wochenende.

Sehenswert ist vor allem die Architektur der Stadt: Gebäude aus der viktorianischen Zeit, Betonbauten (u.a. der Bahnhof: sehr hässlich) und zahlreiche moderne gelungene Neubauten, die meist Shoppingzentren beherbergen.

(Bilder sind in der Galerie zu finden)


October 16, 2008

Economics @ Warwick (1)

Was das Economics Department der Northwestern University(Chicago) für deutsche Ökonomen ist, scheint die hiesige Fakultät für italienische Wirtschaftswissenschaftler zu sein.

Neben den zahlreichen Italienern gibt es hier auch Inder, Schweizer, Argentienier,Belgier usw.

Die Lehrkräfte haben auch einen starken internationalen Hintergrunde, viele haben bereits einige Stationen an internationalen Top-Universitäten absolviert.

Interessant ist auch die enge Verknüpfung von Wissenschaft und Lehre. Anscheinend ist es hier nicht ungewöhnlich in einem Kurs zwei oder mehrere Lehrkräfte zu haben, während der eine im ersten Term unterrichtet ist ein anderer gerade auf einem Forschungsaufenthalt.

Dann klebt ein Zettel an der Bürotür: Herr/Frau sowieso befindet sich derzeit an der University of California oder bei der Bank of England.

Auf Verfassen/Veröffentlichung von wissenschaftlicher Litereatur wird hier bei den Lehrkräften sehr viel Wert gelegt, sodass der ein oder andere ein ganze Liste an Veröffentlichung in internationalen fachzeitschriften vorzuweisen hat.

Auffallend ist auch das es hier eine Staffelung in Assistant P., Associate P. und Professor gibt dazu eine nicht geringe Zahl an Doktoranden. Insgesamt eine Mischung an jungen, aufstreben Wissenschaftlern und alten Hasen.


October 08, 2008

Cryfield

Es ist jetzt einige Zeit vergangen seit dem letzten Blogeintrag. Das war so nicht beabsichtigt, vor allem weil es viel zu erzählen gibt, aber hier herscht jeden Tag volles Programm, sodass mir in den letzten Tagen etwas an Zeit und Muse gemangelt hat, mehr dazu später.

Cryfield nennt sich die Ansiedlung von mehreren großen Wohnhäusern für Studenten. In einem davon hab ich ein kleines Zimmer.

Interessant ist, dass diese "Wohnhäuser " als Frauengefängnis gebaut und genutzt wurden. Das macht sich auch architektonisch bemerkbar, so gibt es pro Stockwerk einen langen geraden Gang der etwa einen Meter breit ist, rechts und links davon dann die "Zellen" mit jeweils einem Fenster.Die Umgebung ist jedoch sehr naturbelassen,d.h zahlreiche Bäume und natürlich der legendäre englische Rasen.

Die Universität hat sich aber bei der Umgestaltung aber sichtlich bemüht und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Bad und Küche werden gemeinsam genutzt, was dazu führt das man in der Küche meist immer jemanden antrtifft und ein Schwätzen (wie der Schwabe zu sagen pfegt) halten kann.

Die "Kommune" ist sehr international.

Heute hatte eine Indonesierin ihren 20.Geburtstag, aufgrund eines Mangels an einem passenden Kuchen wurden die Kerzen auf einer Pizza aufgestellt.

Vorm Ausblasen wurde noch Happy Birthday geträllert, zuerst auf englisch - anschließend durfte jeder das Lied in seiner Sprache zum Besten geben, es folgten also die Versionen auf Litauisch, Chinesisch, Italienisch und Deutsch.


September 29, 2008

Campus und Leute

Die University of Warwick (gesprochen War'ick) ist ist in vielen Dingen ziemlich beeindruckend.

Konzipiert als Campus University ist sie geprägt von einem Kern und darum herum liegenden Wohnvierteln.

Schnell kommt das Gefühl auf man lebt in einer Kleinstadt nur bewohnt von jungen Leuten.

Im Kern befinden sich Supermarkt,Arzthaus,Students Union,Restaurants Sportstätten,gigantische Theater- und Kunstzentrum und die verschiedenen Departments(Social Studies, Engineering,Business school,Bücherei)

Die Uni entwickelt sich rasant, das wird nicht zuletzt daran bemerkbar das sich vermehrt Baustellen auftun.Das Studentsunionbuilding erhält soeben für 15 Mil. Pfund  einen Anbau, die beiden Gebäude für Mathe und Statistik sind je größer als Fußballfelder und 5-stöckig und wirken brandneu.

Auch die Innenaustattung ist auffallend: Kaum ein Gebäude in dem sich nicht ein Flachbildschirm befindet und in dem nicht zahlreiches Servisepersonal durch die Gänge wusselt.

Die "Studierendenschaft" ist auffallend international, vor allem die Inder,Chinesen und Studenten aus Hongkong und Singapur sind sehr zahlreich, dazu kommen zahlreiche Deutsche und Franzosen; wenn ich richtig informiert bin sind über 30% der Studenten Nicht-Briten.

Erstaunlich ist aber auch das ein Großteil der Studenten sehr jung ist: viele internationale und auch die britischen Erstis sind oftmals 17 oder 18.


Was bisher geschah….Anreise

Liebe Freunde,

erstmal willkommen auf diesem Blog, schön das Ihr hierher gefunden habt.

Nachdem ich nun knapp ne Woche hier in Warwick,Warwickshire,West Midlands,England,Uk....bin, werd ich in diesem ersten Blog mal anfangen zusammenzufassen was bisher so geschah.

ANREISE

Die Anreise war alles problemlos, los ging's letzten Dienstag mittags ab Stuttgart. Der Himmel war stark bewölkt was dazu führte dass wir Passagiere nach Start und vor der Landung ziemlich durchgerüttelt wurden.

In Heathrow durfte ich dann den neuen Terminal 5 bewundern: Von den Schwierigkeiten(Chaos, Verlust von Gepäckstücken) mit denen sich besagter Terminal vor einigen Monaten bei seiner Neueröffnung in die Schlagzeilen katapultierte war allerdings erleichtendswerterweise nichts mehr zu spüren.

Im Airport und auf der anschließenden Busfahrt dann großes Hallo mit anderen internationalen Studenten.

Isgesamt konnten die Veranstalter an diesem Anreisetag über 1000 Kommilitonen aus der ganzen Welt begrüßen.

Der erste Eindruck vom Campus ist äußerst positiv: gepflegte Gebäude und viel Natur.

Zur Begrüßung der Neuankömmlinge hat man zudem einen gigantischen Pavillion aufgebaut.

Die Organisation wirkt perfekt: Im Bus werden wir begrüsst, bekommen Infomaterialien,Essensgutscheine sowie Tickets für Abendveranstaltungen, überall sind Helfer in knallroten T-Shirts zu sehen, die einem mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Später ist zu erfahren das sich für Helferplätze enorm viele Studenten beworben haben, diese Helfer werden dann auch bewertet und können dann im Jahr darauf einen der ungefähr 5 Teamleiterhelferposten erhalten.

Hier wird deutlich wie an der Universität gedacht wird. Der Wettbewerbsgedanke wird hier groß geschrieben, das wird auch später (siehe weiter unten ;-) )noch einige Male sichtbar. 


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  • mensch konni, ich hab gar nicht mitbekommen, dass du weggehst :) na dann eben auf diesem weg alles g… by sabrina on this entry

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